"Die Zweierbeziehung"
Dieses Buch von Jürg Willi habe ich angefangen zu lesen, da ich später ein Workshop für Paare anbieten möchte. Es erzählt von dem Kollusionsprinzip und wie es Paaren zusammen- oder auseinander bringt. Hier einen Auszug:
" Trotz emanzipatorischen Entwicklungen schlummern in der Tiefe eines jeden Menschen die alten Sehnsüchten nach Geborgenheit, Umsorgtwerden und Sicherheit, nach vorbehaltlosem Sich-dem-Geliebten-Anvertrauen, mit ihm in Harmonie sich zu vereinigen oder in ihm aufgehoben zu sein. Diese Sehnsüchte werden durch eine Liebesbeziehung entscheidend stimuliert. Es entsteht dabei aber auch die Angst, diesen Sehnsüchten zu verfallen und seine Autonomie zu verlieren. Diese Sehnsüchte sind besonders mächtig, wenn sie im früheren Leben nie oder zumindest nicht adäquat gestillt wurden und ein großer Nachholbedarf besteht. In diesem Zwiespalt zwischen der Hoffnung auf Erfüllung der tiefsten Sehnsüchte und der gleichzeitigen Angst, dabei die Kontrolle zu verlieren, bietet sich eine unverhoffte Lösung in der Inszenierung einer Kollusion an. Eine Kollusion ist ein unbewusstes Zusammenspiel, das beiden Partnern die Erfüllung ihrer Sehnsüchten in Aussicht stellt, bei gleichzeitiger Sicherung der Kontrolle über die sie begleitenden Ängste. Eine Kollusion bietet zunächst hohe Glück und Sinnerfüllung in der Beziehung zueinander, weil jeder sich für den anderen unentbehrlich fühlt. Doch früher oder später führen Kollusionen in eine Krise. Der Anteil, den jeder verdrängt und an den Partner delegiert, will sich Gehör verschaffen und fordert jeden zu einem autonomeren und ganzheitlicheren Beziehungsverhalten heraus. Die Krise der Partnerbeziehung ist auch ihre Chance, weil sie den Partnern zeigt, dass selbst ein scheinbar gesichertes Liebesglück jedem weiterhin Reifung und Entwicklung in der Beziehung abfordert."
Jürg Willi beschreibt 4 Grundmuster in seinem Buch, wo viele sich erkennen können:
1. "Liebe als Einssein"
2. "Liebe als Einander-Umsorgen"
3. "Liebe als Einander-ganz-Gehören"
4. "Liebe als die männliche Bestätigung"
In jedem Grundmuster übernimmt ein der Partner die regressiven Position und der andere Partner die progressive Position und schon läuft das "Spiel" auf Hochtouren und vor allem wir glauben, es handele sich um wahre Liebe... ach was!....ein wirklich sehr interessantes Buch.
Prof.Dr.Med-Dr.h.c. Jürg willi hat überhaupt viele Bücher über Partnerbeziehungen geschrieben. Er ist Psychiater und leitet das Weiterbildunginstitut für Ökologisch-systemische Therapie in Zürich (www.psychotherapieausbildung.ch)
" Trotz emanzipatorischen Entwicklungen schlummern in der Tiefe eines jeden Menschen die alten Sehnsüchten nach Geborgenheit, Umsorgtwerden und Sicherheit, nach vorbehaltlosem Sich-dem-Geliebten-Anvertrauen, mit ihm in Harmonie sich zu vereinigen oder in ihm aufgehoben zu sein. Diese Sehnsüchte werden durch eine Liebesbeziehung entscheidend stimuliert. Es entsteht dabei aber auch die Angst, diesen Sehnsüchten zu verfallen und seine Autonomie zu verlieren. Diese Sehnsüchte sind besonders mächtig, wenn sie im früheren Leben nie oder zumindest nicht adäquat gestillt wurden und ein großer Nachholbedarf besteht. In diesem Zwiespalt zwischen der Hoffnung auf Erfüllung der tiefsten Sehnsüchte und der gleichzeitigen Angst, dabei die Kontrolle zu verlieren, bietet sich eine unverhoffte Lösung in der Inszenierung einer Kollusion an. Eine Kollusion ist ein unbewusstes Zusammenspiel, das beiden Partnern die Erfüllung ihrer Sehnsüchten in Aussicht stellt, bei gleichzeitiger Sicherung der Kontrolle über die sie begleitenden Ängste. Eine Kollusion bietet zunächst hohe Glück und Sinnerfüllung in der Beziehung zueinander, weil jeder sich für den anderen unentbehrlich fühlt. Doch früher oder später führen Kollusionen in eine Krise. Der Anteil, den jeder verdrängt und an den Partner delegiert, will sich Gehör verschaffen und fordert jeden zu einem autonomeren und ganzheitlicheren Beziehungsverhalten heraus. Die Krise der Partnerbeziehung ist auch ihre Chance, weil sie den Partnern zeigt, dass selbst ein scheinbar gesichertes Liebesglück jedem weiterhin Reifung und Entwicklung in der Beziehung abfordert."
Jürg Willi beschreibt 4 Grundmuster in seinem Buch, wo viele sich erkennen können:
1. "Liebe als Einssein"
2. "Liebe als Einander-Umsorgen"
3. "Liebe als Einander-ganz-Gehören"
4. "Liebe als die männliche Bestätigung"
In jedem Grundmuster übernimmt ein der Partner die regressiven Position und der andere Partner die progressive Position und schon läuft das "Spiel" auf Hochtouren und vor allem wir glauben, es handele sich um wahre Liebe... ach was!....ein wirklich sehr interessantes Buch.
Prof.Dr.Med-Dr.h.c. Jürg willi hat überhaupt viele Bücher über Partnerbeziehungen geschrieben. Er ist Psychiater und leitet das Weiterbildunginstitut für Ökologisch-systemische Therapie in Zürich (www.psychotherapieausbildung.ch)
Liebesblüte - 28. Aug, 19:26
iDawi - 29. Aug, 09:36
interessant - ja, ja - die scheinbar einzige "Sicherheit" in der Paarbeziehung ist eigentlich ein garantiertes "Entwicklungs- und Entfaltungspaket" ;-) mit vorprogrammierten Krisen - die natürlich oft (einzige) Chancen sind...
antworten
Liebesblüte - 29. Aug, 13:27
Genau, wir brauchen Beziehungen, um in den Spiegel zu schauen und um Feedback zu bekommen. So lernen wir uns selbst und gegenseitig kennen. Mit Rückzug in dem "Allein-Leben" lernen leider wenig über uns selber und entwickeln uns daher auch weniger.