Trauerbegleitung

Mittwoch, 12. Mai 2010

Trauer bewältigen mit EMDR/Wingave und inneren Bildern

Wenn wir mehrere Verluste von uns nah stehenden Menschen emotional nicht verarbeiten, d.h. uns nicht genügend erlauben die Trauer fliessen zu lassen, kann es mit der Zeit zu depressiven Gefühlen kommen, zu großer Erschöpfung oder auch zu Angstzuständen/Panikattacken führen. Auch solche Klienten kommen in meiner Praxis: sie sind erschöpft und grenzen am Zusammenbruch. Sie fühlen sich emotional sehr nah am Wasser gebaut, obwohl nichts zusätzliches passiert ist außer vielleicht, daß sie mehr Streß haben als sonst.

Traurigkeit zu unterdrücken kostet die Psyche unheimlich viel Kraft. Es ist als würden wir ständig einen riesen Ball voller Luft unter Wasser halten müssen. Sind wir zu sehr erschöpft, können wir die alte Traurigkeit nicht mehr unterdrücken und so drängt sie – wie der Ball voller Luft – an die Oberfläche und läßt uns Tränen spüren.

Bei so einem Fall von Erschöpfung und Depression frage ich den Klienten, ob er sich an Ereignisse in seinem Leben erinnert, die ihn heute noch traurig machen. Sehr oft kommen wir auf Verluste, die nicht richtig betrauert wurden: ob Großeltern, Eltern oder Kinder oder Fehlgeburten bzw. Abtreibungen. Es können aber auch Ereignisse sein, die einem unglaublich traurig gemacht haben, wie Vertrauensmißbrauch, Enttäuschungen, Trennung, geplatzte Träume oder Krankheit bzw. Behinderung …

Mit EMDR oder Wingwave kann ich mit meinem Klienten direkt an solche Situationen arbeiten ohne das gesamte Leben der Person analysieren zu müssen. Gerade bei Verlusten durch den Tod, erlebe ich immer wieder, wie Klienten in 1,5-2 Stunde mit EMDR große seelische Erleichterung erfahren können. Hierfür nutze ich meine Kombination aus dem Dialog mit inneren Bildern und EMDR. Diese Methode hilft Betroffenen, den Verlust von Angehörigen/Freunden (besonders die, die den Verlust auf dramatischer Weise erlebt haben) zu verarbeiten. Sie erlaubt oft sehr lebhafte innerliche "Wiederbegegnungen" in der Innenwelt mit den verstorbenen Menschen, verhilft in befreiender Weise zu innerem Frieden und gibt Kraft, den Schmerz zu verarbeiten. Alles unausgeprochenes und unversöhntes wird gesagt und vergeben – von beiden Seiten.

Die innerliche Wiederbegegnung in der Innenwelt fühlt sich so echt an, daß die Klienten an den Wahrheitsgehalt der inneren Begegnung nicht zweifeln können und genau deswegen wirkt es.

Aber zuerst wird auf die Trauer und nur auf die Trauer fokussiert und mit EMDR – durch bilaterale Gehirnhemisphärenstimulation also durch das “Winken” vor den Augen – verarbeitet. Meistens wird sie zuerst größer aber dann baut sie sich relativ schnell ab und oft, ist es auch mit Erkenntnissen zwischen Verstorbenen und Betroffenen verbunden, die schon sehr befreiend wirken können: zum Beispiel “jetzt kann ich spüren, daß sie mich geliebt hat und daß sie sehr darunter gelitten hat, es mir nicht mehr sagen zu können”. Wenn die Trauer ausgeweint ist, bitte ich die Person die Augen zuzumachen und die Person sich in der Innenwelt vorzustellen, während ich taktile EMDR weiter durchführe. Die Person erlebt eine Art innere Begegnung mit dem Verstorbenen, fühlt sich dadurch zutiefst erleichtert. Es entsteht dadurch eine qualitativ ganz andere Verbindung zu dem Verstorbenen. Die Verbindung wirkt nun nicht mehr belastend sondern aufbauend, tröstend und Kraft spendend.

Klienten, die seit Jahren Personen verloren hatten, und ihre Tränen entweder ungesehen vergossen haben oder gar nicht zugelassen hatten, können bereits einen Tag nach der EMDR Behandlung schon darüber staunen, daß sie sich viel leichter fühlen und daß die Depression schon an Schwere verloren hat.

In unsere Gesellschaft ist öffentlich trauern kaum akezptiert. Wir erlauben auch uns selber nicht oder schwer, anderen unsere Tränen zu zeigen. Doch gerade das ist wichtig: Tränen zeigen, den Schmerz so zum Ausdruck zu bringen, daß er gehört, verstanden und mitgefühl wird und die Trauer, die Wut oder die Verzweifelung nicht nur dem inneren Wohnungswänden zu zeigen sondern unsere Umgebung mit Freunden und Bekannten. Wir können erst die Trauer loslassen, wenn wir sie wirklich angefaßt haben und sie uns wirklich angenommen haben – wie ein Ball: ich kann ihn nur loslassen, wenn ich ihn vorher gefangen habe. Der Widerstand gegen die Trauer ist das beste Mittel, um depressiv oder erschöpft zu werden oder auch um Angstzustände zu bekommen.

Unsgesehene Tränen sind verlorene Tränen! Auf dem Weg der Trauerumwandlung brauchen wir eine stützende Solidargemeinschaft, damit unsere Tränen gesehen, die Worte des Schmerzes gehört, und die Lebenszusammenhänge vestanden werden. Ungesehen Tränen sind verlorenen Tränen! Trauerforscher. Dr. Jorgos Canacakis

Inzwischen habe ich gesehen, daß es eine neue Methode namens IADC gibt, die etwas ähnlich funktionniert und auch sehr erfolgreich ist.

ständig selbst und selbständig

Seit dem 1.10.2006 habe ich eine Heilpraxis für Psychotherapie (nach dem Heilpraktiker Gesetz) eröffnet. Ich habe mich darauf spezialisiert, Klienten zu begleiten, die unter überwältigenden Emotionen oder Beschwerden leiden. Hier erzähle ich - Französin also nicht mit fehlerfreiem Deutsch - wie es mir geht, wie ich vorankomme, meine Erfahrungen mit bestimmten Themen, meine Erfolge und Schwierigkeiten, meine Freude und eventuellen Ängste, die mit meiner Selbständigkeit zusammen hängen und wie mein Weg sich mit der Zeit verändert. Nachdem ich viel ausprobiert habe, spezialisiere ich mich jetzt auf die emotionale Begleitung von Frauen von der Kinderwunschzeit bis zu Geburt.

IMPRESSUM:

Pascale CHARTRAIN, Genter Str. 56, 13353 Berlin Tel: (030) 45 49 45 44, Webseite: www.kinderwunschzeit.de Email: kinderwunschzeit@gmx.net

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