Grenzueberschreitungen

Montag, 11. Februar 2008

Jemandem Grenzen zeigen, heißt nicht jemanden ablehnen

Immer wieder sehe ich es um mich herum oder ich erlebe es selber. Wenn ich meine sachliche Meinung (ohne persönliche Bewertung über den anderen) zu etwas äußere, was in meinem Bereich geschieht und meine Person betrifft und sage, daß ich dies und das nicht möchte, weil es meine Grenzen überschreitet, wird es oft interpretiert, als würde ich der Person sagen, "ich mag Dich nicht oder Du bist nicht okay".
Manche sogar gehen noch weiter und beschuldigen mir der "Rache" wenn ich Grenzen setze und sage "ich möchte nicht, daß Du das mit mir tust". in dem Fall verwechseln sie es mit der Gedanke "ich wolle sie ausschliessen und ich wäre auf sie böse".

Dabei erst wenn die Grenzen beiden Seiten bekannt sind, ist eine respektvolle Begegnung zwischen 2 Menschen möglich. Ist mir der Mensch nicht wichtig, dann gehe ich einfach ganz weg aus seiner Umgebung und verabschiede mich aus seinem Leben, ohne ihm etwas zu sagen. Ist mir der Mensch wichtig, teile ich ihm meine Grenzen mit, weil ich ihn weiter in meiner Nähe haben möchte aber ich möchte gern, daß er/sie in Zukunft meine Grenzen beser kennt und nicht überschreitet. Er kann nur meine Grenzen kennen, in dem ich es ihm mitteile. das heißt, so etwas kann immer passieren. das gehört zum normale Kennenlernen und Zusammensein in einer Gesellschaft.

Wir machen Zäune um unseren Garten zu Hause, weil wir nicht wollen, daß die Fußgänger unsere Blumen zertrampeln. Genau das gleiche müssen wir für unsere Person tun. Tun wir das nicht, werden wir zertrampelt. Und das ist selten vom Gegenüber eine böse Absicht.

Sonntag, 4. März 2007

Von Grenzüberschreitungen...

Sehr oft sehe ich Klienten, die mit "Grenzen setzen" Probleme haben. Ich hatte lange Zeit auch damit Schwierigkeiten; das "nein" sagen können gehört zum Beispiel dazu. Mißbrauchte oder angepaßte Menschen haben meistens große Schwierigkeiten, sich abzugrenzen.
Manchmal erzählen mir meine Klienten:
Kl: "Er überschreitet ständig meine Grenzen".
ich: "welche Grenzen haben sie dieser Person beim letzten Mal gezeigt"? Haben Sie "Nein" gesagt, als er sie überschritten hatte?
Kl.: "Nein"
Ich: wie soll dann die Person Ihre Grenzen erkennen, daß Sie Grenzen haben, wenn sie sie selber nicht definieren?
Kl.: er soll sie ahnen
Ich: woher soll er diese Ahnung nehmen, wenn sie sie selber an dem Moment nicht definieren und setzen können?
Kl: hmh...keine Ahnung...

Zur Grenzüberschreitung gehören vorher gesetzte Grenzen wie "nein ich mag das nicht" oder eine Körperreaktion. Wenn es keine Grenzen gibt und sie nicht gleich zum Ausdruck gebracht werden, kann es auch keine Überschreitung in dem Sinne geben. Wenn dann der eine es dem anderen vorwirft, ist er gerade Opfer seiner Projektion von sich selbst. Jemand der Grenzen nicht setzt und sie nicht zum Ausdruck bringt, wenn er spürt, daß zu viel Nähe entsteht, überschreitet zuerst seine eigene Grenzen selber und nicht der andere.

Wenn ich eine Person begegne, die sich nicht abgrenzen kann, fühle ich mich sehr unsicher. Ich weiß nicht, wann sie "nein" meint und es aber nicht sagt. Als spontane Person kann es ohne weiteres passieren, daß ich ihr zu nah komme, ohne es zu merken, da Grenzen nicht zu spüren sind und weil die Person nicht adequat reagiert. Wenn sich diese Person sich ihres Mangels der Abgrenzung nicht bewußt ist, kann es auch passieren, daß sie mich sogar zu Unrecht beschuldigt, ihre Grenzen zu überschreiten, was eine Freundschaft zu so einer Person sehr erschwert ja sogar manchmal unmöglich macht.

Mit solchen Leuten umzugehen ist äußerst schwierig. Sie haben ein geprägtes Nähe/Distanz Problem, weil sie durch die fehlende Abgrenzungsfähigkeit jede Annäherung als Bedrohung empfinden. Bedroht, vereinnahmt zu werden und sich nicht dagegen wehren zu können. In der Nähe fühlen sie sich sehr oft verpflichtet, dem anderen Gerecht zu sein oder seinen vermeitlichen Erwartungen zu entsprechen. Sie wünschen sich vom ganzen Herzen Nähe und können sie sie gleichzeitig nicht zulassen, weil sie Angst haben, darin sich zu verlieren. Es sind Leute, die sehr ambivalent wirken können. Leute, die einem sehr unsicher machen, weil man sich gleichzeitig angezogen fühlt, um bald mit Schuldzuweisung wieder überraschend abgestoßen zu werden, weil es denen unerträglich wird.

Ich empfehle solchen Leuten, sich mit dem Gefühl auseinanderzusetzen, was kommen würde, wenn sie in dem Moment "Nein" sagen würden und nicht erst ein Paar Stunde/Tage später. Öfters hat es damit zu tun, daß diese Personen, die Traurigkeit, die VIELLEICHT beim Gegenüber auftreten könnte, nicht aushalten könnten.(weil sie meistens ihre eigene Traurigkeit, die sie dann gespiegelt bekommen, auch nicht aushalten können).

Bemerkenswert ist auch bei solchen Leuten, daß sie davon ausgehen, daß der andere mit Traurigkeit/Ablehnung reagieren würde, was selten passiert. Diese Glaube hat mit ihren eigenen Reaktion zu tun, die sie selber hätten, wenn jemanden ihnen Grenzen zum ausdruck bringen würde.
Oft hat es auch damit zu tun, daß sie früher von den Eltern mit Schuldgefühlen und Liebesentzug manipuliert wurden, wenn sie als Kind mal "nein" gesagt haben.

Traumatisierten Personen, die Spaltung(Dissoziation) noch haben, sehen sich absolut nicht imstande überhaupt "nein" zu sagen, da sie in dem Moment in der inneren Erstarrung stecken. Hat man die Spaltung aufgehoben, können sie wieder lernen, wieder adequat zu reagieren und sich zu schützen.

Ich kannte das zu gut, als ich mein eigenes Mißbrauch noch nicht verarbeitet hatte. Bei vielen Situationen, wo ein Mann mir zu nahe kam, war ich unfähig, mich zu wehren. Es war nur Erstarrung da und habe nur noch zugesehen, ohne reagieren zu können.
Inzwischen hat sich das geändert. Ich kann jetzt viel Nähe wieder zulassen, weil ich weiß, daß ich jederzeit, wieder daraus könnte. Das gibt mir wirklich ein schönes Gefühl und Freiheit. und ich geniesse die Nähe, die sich seitdem in meinen Freundschaften, die sich abgrenzen können, zeigen kann.

ständig selbst und selbständig

Seit dem 1.10.2006 habe ich eine Heilpraxis für Psychotherapie (nach dem Heilpraktiker Gesetz) eröffnet. Ich habe mich darauf spezialisiert, Klienten zu begleiten, die unter überwältigenden Emotionen oder Beschwerden leiden. Hier erzähle ich - Französin also nicht mit fehlerfreiem Deutsch - wie es mir geht, wie ich vorankomme, meine Erfahrungen mit bestimmten Themen, meine Erfolge und Schwierigkeiten, meine Freude und eventuellen Ängste, die mit meiner Selbständigkeit zusammen hängen und wie mein Weg sich mit der Zeit verändert. Nachdem ich viel ausprobiert habe, spezialisiere ich mich jetzt auf die emotionale Begleitung von Frauen von der Kinderwunschzeit bis zu Geburt.

IMPRESSUM:

Pascale CHARTRAIN, Genter Str. 56, 13353 Berlin Tel: (030) 45 49 45 44, Webseite: www.kinderwunschzeit.de Email: kinderwunschzeit@gmx.net

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